Ich habe mit einer Verwandten das sowjetische Speziallager K2 in Buchenwald in der Nähe von Weimar besucht. Es war von 1945 – 1950 in der sowjetischen Besetzungszone in Gebrauch.
Geschichte, die an den schwedischen Schulen nicht durchgenommen wird.
28 494 Personen insgesamt waren im Zeitraum 1945 – 1950 dort interniert. Mehr als 7 000 von Ihnen starben auf Grund von Unterernährung und Krankheiten. Die Sowjetunion und Ostdeutschland unternahmen alles, um dies zu vertuschen, da viele Personen willkürlich und ohne Gerichtsbeschluß gefangen genommen worden sind (die Gefängnisnahme von Menschen im öffentlichen Dienst des Naziregimes geschah unter anderem im Zuge der sogenannten ”Entnazifizierung”).
Die Familien der Gefangenen wurden darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Erst nach 1990 wurden die Dokumente öffentlich zugänglich. Die Gefangenen starben zu Tausenden an Hunger und Krankheiten besonders in den Jahren 1946 – 1947. Darunter war Paul Werth, meines Sohnes Dan Jordán Werths Großvater, der willkürlich gefangen genommen wurde, weil er Lehrer in Jessen gewesen ist.
Die Angehörigen erfuhren nicht, warum er abgeführt worden ist und auf was sich die Beschuldigungen gründen.
Einige der Gefangenen wurden in der Mitte der 1990er Jahre rehabilitiert. Dies galt doch nur für diejenigen Gefangenen, dessen Angehörige nachgeforscht und einen Antrag gestellt haben. Die Familie meiner Verwandten hat erst vor drei Jahren nach dem Verbleib von Paul Werth geforscht und erfahren, daß Paul Werth nach seinem Tod am 8. Februar 1947 in einem Massengrab in Buchenwald verscharrt worden ist.
Eine allgemeine Rehabilitierung für sämtliche unschuldige Gefangene ist bisher noch nicht geschehen.
Ola Jordán
Quelle: Das sowjetische Speziallager Nr. 2 1945-1950. Katalog zur ständigen historischen Ausstellung, Wallstein Verlag 2020.


